Hier sind die Geschichten:

Die Geschichte des Mädchens, welches versuchte das Glück zu finden

An einem wunderschönen Sommermorgen erwachte Layla in ihrem weißem Federbett. Die Sonnenstrahlen kitzelten sie an der Nasenspitze. Gut gelaunt sprang Layla aus dem Bett und zog die goldenen Vorhänge zurück. Nun erstrahlte ihr Zimmer in einem wunderbaren goldorange. Sie riss das Fenster weit auf und rief den zwitschernden Vögeln zu: „Hey ihr Meisen, Tauben und Kelchen, ist das nicht ein wunderbarer Morgen? Heute werde ich Großvater aufsuchen und ihn nach einer neuen Geschichte fragen.“ Dann schloss sie das Fenster und zog sich um.

Als sie runter in die Küche kam, erwartete sie dort schon ein gedeckter Tisch. Es roch angenehm nach Toast und heißem Kakao. Schnell setzte sich Layla an den Tisch und begann zu essen. Sie verschlang ganze fünf Toasts und ein Spiegelei. Ihr Kater Maunzer fraß den übrig gebliebenen Speck. Mit zufriedenem Blick betrachtete er sein Frauchen. Heute trug sie ein kurzes blaues Sommerkleid und eine weiße Blume schmückte ihr Haar. Ihre dunkelgrünen Augen blitzten belustigt auf, als Maunzer versehentlich in die Butter trat. „Ach Maunzer, ich weiß ja das du keine Butter magst, aber musst du deswegen gleich rein treten?“ Sie hob den Kater hoch und sah ihn liebevoll an. „Kommst du mit zu Großvater? Er erzählt uns bestimmt eine tolle Geschichte.“ Maunzer sah aus als würde er mit den Augen rollen. Lachend trug Layla ihn raus in den Garten, wo sie ihn wieder absetzte. Sie blickte hoch zur Sonne und grinste vergnügt. Langsam setzte sie sich in Bewegung. Schließlich tanzte sie über die Wiese. Als sich alles um sie herum drehte, blieb sie stehen und wartete einen Moment. Dann lief sie zur Remise, wo ihr Großvater gerade dabei war die Tageszeitung zu lesen. „Großvater, kannst du mir eine Geschichte erzählen?“ Seufzend legte der Großvater die Zeitung weg. Dann nahm er sich ganz gemütlich seine Pfeife und fing an, Tabak hinein zu stopfen. Als die Pfeife voll war, entzündete er den Tabak und nahm ein paar Züge. Layla sah ihm dabei ungeduldig zu. Schließlich brummelte der Großvater: „Die heutige Jugend ist ja nicht zum Aushalten. Immer alles hier, jetzt und sofort wollen.“ Hinter seinen Worten versteckte sich ein Lächeln, das wusste Layla. „Also gut“, der Großvater nahm einen tiefen Zug, „ich werde dir die Geschichte des kleinen Mädchens erzählen, welches versuchte das Glück zu finden.“ Layla sagte aufgeregt: „Au ja, diese Geschichte hast du noch nicht erzählt!“ Der Großvater nahm noch einen tiefen Zug und begann zu erzählen: „Es war einmal an einem kühlen Frühlingsmorgen...“ „Kann ein Kater in der Geschichte vorkommen?“, unterbrach Layla ihren Großvater. „Willst du die Geschichte jetzt hören? Wenn ja, dann unterbrich mich nicht“, brummelte der Großvater und sah sie durch seine dicken Brillengläser tadelnd an. Layla zog verlegen den Kopf ein und der Großvater fing noch einmal an:

Es war einmal an einem kühlen Frühlingsmorgen, als die Sonne im Wunderland ihre goldenen Strahlen über den Nebel ergoss, der sich dann schnell verzog. Das kleine Mädchen erwachte, als die ersten Vögel anfingen zu zwitschern. Verschlafen blinzelte sie sich den Schlaf aus ihren Augen und stand auf. Sie schlüpfte in ein leichtes Sommerkleid. Als sie raus in den Garten trat, fröstelte sie ein wenig. Schnell lief sie wieder zurück ins Haus und zog sich eine warme Strickjacke an. Dann lief sie wieder zurück in den Garten und betrachtete die jungen Pflanzen, die sich durch den kalten Winter gekämpft hatten. Sie bückte sich um eine frisch gewachsene Tulpe zu pflücken, als sie eine Stimme hörte: 'Nimm ihr nicht das Leben. Sie hat noch so viel vor sich.' Erschrocken drehte sich das kleine Mädchen um, hinter ihr stand eine wunderschöne Frau. Sie hatte ein bodenlanges weißes Kleid an und an ihren Schultern lagen zusammengefaltete goldene Flügel. 'Wer bist du?', fragte das kleine Mädchen neugierig. 'Ich bin der Engel Luthrien und ich habe einen Auftrag für dich.' Der Engel nahm die Hand des kleinen Mädchens und führte sie zu einem goldenen Brunnen. Dort setzte sich das kleine Mädchen auf den Rand. 'Warum hast du mich hier her gebracht? Und was ist das für ein Auftrag?', fragte das kleine Mädchen nervös. Der Engel breitete seine Flügen aus und flatterte einen Meter hoch in die Luft. Das kleine Mädchen sah ihm dabei ehrfürchtig zu. 'Du hast fragen die dich schon lange quälen. Was ist Glück? Wo kann ich es finden?' Das kleine Mädchen antwortete schüchtern: 'Ja. Ich fühle mich hier zwar wohl, aber ich wollte schon immer das Glück finden.' Der Engel nickte belustigt. 'Genau deshalb habe ich dich her gebracht.' Luthrien machte eine Bewegung zur Öffnung des Brunnen. 'Wenn du in den Brunnen springst, wirst du das Glück finden. Sobald du wieder nach Hause möchtest, rufst du meinen Namen und ich werde dich zurück bringen.' Und so sprang das kleine Mädchen in den Brunnen...“

Layla hatte aufmerksam zugehört und wartete darauf, dass der Großvater weiter erzählte. Dieser nahm noch zwei Züge aus seiner Pfeife.

Das kleine Mädchen fiel tief. Als sie schon dachte sie müsse sterben, tauchte sie in eiskaltes Wasser ein. Doch auch im Wasser fiel sie. Nach endlosen Minuten hatte sie den Boden des Brunnens erreicht. Es war ein silbern umrandeter Spiegel. Als das kleine Mädchen einen Fuß drauf setzte sank sie in den Spiegel ein. Schockiert schloss sie die Augen. Als sie sie wieder aufschlug, lag sie auf einer grünen Wiese. Die Sonne strahlte von oben auf sie herab. Vorsichtig rappelte sich das kleine Mädchen auf. Dann wandte sie sich der Sonne zu. 'Sonne, bist du das Glück?' Die Sonne lächelte ihr zu und antwortete: 'Ich werde als Gottheit verehrt, bin die natürliche Uhr des Menschen, aber selbst ich weiß nicht wo das Glück zu finden ist. Frag doch das vierblättrige Kleeblatt. Es wird dir bestimmt weiter helfen. Du findest es an der Quelle des Grünen Flusses.' Das kleine Mädchen bedankte sich bei der Sonne und ging in die Richtung, in die die Strahlen der Sonne gezeigt hatten. Als sie am Ufer des Grünen Flusses stand, wusste sie nicht in welche Richtung sie gehen sollte. Wo war die Quelle dieses Flusses? Da hörte sie ein Rascheln hinter sich und kurz darauf stand ein grauer Kater neben ihr und trank aus dem Fluss. Das kleine Mädchen bückte sich zu ihm herunter und fragte: 'Hallo Kätzchen, weißt du wo die Quelle dieses Flusses liegt?' Der Kater funkelte sie an und fauchte: 'Ich bin kein Kätzchen! Ich bin der Kater Muriel und ja, ich könnte dir sagen in welche Richtung du gehen musst.' Dann wandte er sich wieder dem Fluss zu. 'Kannst es mir bitte sagen?', fragte das kleine Mädchen freundlich. 'Ich weiß nicht ob ich das kann', schnurrte Muriel. Das kleine Mädchen rollte mit den Augen und grinste den Kater an. 'Wirst du es mir sagen?' Der Kater lachte schnurrend und antwortete: 'Ja das werde ich. Du musst rechts lang gehen.' Das kleine Mädchen bedankte sich und wollte schon gehen, da hielt Muriel sie zurück. 'Warte! Ich komme mit dir. Ich habe das Kleeblatt lange nicht mehr gesehen.' Glücklich sagte das kleine Mädchen: 'Au ja gerne! Dann bin ich nicht so allein.' Also zogen die beiden los. Es ging über Hügel in tiefe Täler. Zur Mittagszeit brauchte das kleine Mädchen eine Pause. Muriel zog los, um sich ein paar Mäuse zu fangen. Das kleine Mädchen pflückte sich zwei Äpfel von einem naheliegendem Baum. Schließlich brachen sie wieder auf. Zum Nachmittag hin sagte Muriel: 'Dort drüben lebt das Kleeblatt. Komm mit, wir haben es gleich geschafft.' Das kleine Mädchen eilte dem Kater hinter her und dann konnte sie das Kleeblatt sehen. Es hatte ungefähr die Größe eines Hundes.

'Guten Tag kleines Mädchen, guten Tag Kater Muriel. Was verschafft mir die Ehre?', fragte es mit einer Stimme, die so klang als würden mehrere sprechen. 'Die Sonne hat mich geschickt. Sie dachte, du wüsstest vielleicht wo ich das Glück finden kann', antwortete das kleine Mädchen. 'Ich mag zwar der Beschützer der Reisenden sein und als Glücksbringer gelten, aber leider weiß auch ich nicht, wo das Glück ist. Vielleicht kann euch der Glückscent weiterhelfen. Er wohnt hier ganz in der Nähe. Direkt hinter den Steilfelsen dort hinten. Ich könnte dir auch sagen, was Glück für mich bedeutet, wenn dich das interessiert.' Das kleine Mädchen nickte. 'Für mich ist es Glück, hier leben zu dürfen und von der Sonne gewärmt zu werden.' Das kleine Mädchen bedankte sich für das Gespräch und wollte gerade gehen, als das vierblättrige Kleeblatt sagte: 'Warte! Nimm eines meiner Kinder mit. Es wird dir auf deiner Reise Glück bringen.' Das kleine Mädchen wollte gerade sagen, dass das nicht nötig sei und sie sicher kein Glück brauchen würde, als ein kleines Kleeblatt erschien. Seine vier Blätter waren noch ganz zart und es schaute hoffnungsvoll zu dem kleinen Mädchen auf. Sie nahm es hoch und lächelte dankbar. Dann verabschiedete sie sich von dem großen Kleeblatt und ging mit Kater Muriel und dem kleinen Kleeblatt weiter zu den Steilfelsen. Als sie nur noch ein paar Meter entfernt waren, begann es zu regnen. 'Schnell! Der Glückscent lässt uns bestimmt bei ihm wohnen. Dort haben wir es warm und können warten, bis es aufhört zu regnen', meinte Kater Muriel. Das kleine Mädchen nickte zustimmend und lief los. Vor einem großem runden Haus blieb sie stehen. 'Kommt schon! Schnell rein!', rief eine Stimme. Der Glückscent stand in der Tür und winkte sie zu sich. Dankbar nahmen die Gefährten die Einladung an und liefen ins Haus. Drinnen stand ein großer runder Tisch und vier große runde Stühle standen drum herum. Auf dem großen runden Tisch standen vier große Runde Teller. Das kleine Mädchen sah sich um. Eigentlich war alles groß und rund, die Fenster, die Schränke, die Toilette und sogar das Telefon. 'Ein hübsches Haus hast du hier', bemerkte das kleine Mädchen. 'Danke. Jetzt verratet mir mal was euch zu mir geführt hat', verlangte der Glückscent. Muriel antwortete: 'Zuerst war das kleine Mädchen bei der Sonne. Sie sucht nämlich das Glück. Doch die Sonne wusste nicht wo sie das Glück finden kann und so schickte sie sie zum Kleeblatt. Ich begleitete sie. Doch das große Kleeblatt wusste auch nicht wo wir das Glück finden könnten. Es hat uns eines von seinen Kindern mitgegeben, um uns auf unserer Reise zu beschützen und dann schickte es uns zu dir. Weißt du wo wir das Glück finden können?' Der Glückscent lächelte dem kleinen Mädchen zu und antwortete: 'Es tut mir leid, aber auch ich weiß nicht, wo du das Glück finden kannst. Ich bin zwar das Symbol für Reichtum und ich kann dich zu Hause vor der bösen Hexe schützen, aber leider kann ich dir bei dieser Frage nicht weiter helfen, aber ich kenne jemanden der es wissen könnte.' Hoffnungsvoll blickte das kleine Mädchen zum Glückscent auf. 'Der Marienkäfer weiß bestimmt wo du das Glück finden kannst. Der Marienkäfer weiß alles.' Das kleine Mädchen bedankte sich und fragte: 'Dürften wir bei dir übernachten? Es ist zwar noch nicht spät, aber es regnet und es ist kalt.' Der Glückscent lächelte sie an und sagte: 'Aber natürlich. Oben in dem großen runden Raum ist bestimmt genügend Platz für uns vier. Doch jetzt lasst uns erst mal essen. Ihr müsst ja ganz ausgehungert sein.' Kater Muriel schnurrte und sagte: 'Ich könnte jetzt einen guten Hühnerbraten vertragen.' Das kleine Kleeblatt quiekte: 'Unterstehe dich! In meiner Gegenwart wird kein Fleisch gegessen!' Das kleine Mädchen stellte sich zwischen die beiden Streithähne und sagte besänftigend: 'Wartet doch erst mal ab, was es zu essen gibt. Wir finden bestimmt eine Lösung. Die gibt es immer.' Damit setzte sie sich an den großen runden Tisch und lächelte ihren neuen Freunden zu. Der Glückscent stellte eine große runde Schüssel Himbeermarmelade auf den großen runden Tisch. Daneben stellte er einen großen runden Teller mit großen runden Eierkuchen. 'Nehmt Platz und langt zu!', rief er und grinste vergnügt. Und so ließen sich die Anderen auch nieder und begannen zu essen. Es schmeckte vorzüglich!“

Da bekomme ich ja Hunger!“, rief Layla und griff nach einem belegten Brötchen, welches auf dem kleinen Werktisch stand. „Und wie geht es weiter?“

Als das kleine Mädchen müde ins Bett fiel, kuschelte sich Kater Muriel bei ihr ein und die beiden Gefährten schliefen nach diesem anstrengenden Tag ein. Am nächsten Morgen schien wieder die Sonne und das kleine Mädchen, Muriel und das kleine Kleeblatt verabschiedeten sich vom Glückscent. 'Wartet!', rief er. 'Nehmt diese Münze hier mit. Sie wird euch später bestimmt reich machen.' Das kleine Mädchen bedankte sich und nahm das Geldstück an sich. 'Kommt mit, ich weiß wie wir laufen müssen', sagte Kater Muriel und sprang davon. Das kleine Mädchen und das Kleeblatt folgten ihm. Am frühen Vormittag kamen sie bei der Wiese an, wo der Marienkäfer lebte. Nach einigem Suchen, fanden sie den Marienkäfer auf einer Blüte. Er summte gerade sein Lieblingslied von den Beatles. 'Hallo Marienkäfer, ein wunderschöner Tag, nicht wahr? Meine Freundin hat eine Frage an dich', sagte das kleine Kleeblatt. Der Marienkäfer erhob sich in die Luft und besah sich das kleine Mädchen. 'Was ist das für eine Frage', fragte er neugierig. Und so erzählte das kleine Mädchen ihre Geschichte. '… und, weißt du wo ich das Glück finden kann?', fragte sie hoffnungsvoll. Der Marienkäfer brummte eine Weile vor sich hin, bevor er antwortete: 'Ich beschütze die armen kranken Kinder und ich bin von göttlicher Abstammung, aber auch ich weiß nicht, wo du das Glück finden kannst, aber ich kenne jemanden der es wissen könnte. Der Fliegenpilz weiß bestimmt wo das Glück zu finden ist. Ich komme mit euch. Ich habe den Fliegenpilz lange nicht mehr gesehen und würde ihn gerne wieder sehen.' Und so machten sich die vier auf den Weg. Das kleine Mädchen zweifelte so langsam an dem Sinn der Suche. Doch dann dachte sie an Luthrien und dachte: Wenn ein Engel mich auf den Weg schickt, wird schon etwas dabei sein.

Auf ihrem Weg mussten sie den Grünen Fluss überqueren und kurz danach waren sie schon an der Grenze zum Kiefernwald. Es war ein sehr lichter Wald und einen roten Schirm müsse man leicht erkennen, dachte das kleine Mädchen. Muriel setzte seine gute Nase ein und fand schnell den Geruch des Pilzes. Auf einer großen Lichtung sahen sie ein kleines Haus. 'Dort wohnt der Fliegenpilz', sagte der Marienkäfer und flog los. 'Fliegenpilz! FLIEGENPILZ! Wo bist du? Die Lichtung ist verlassen', rief er den Anderen zu. 'Toll, und was machen wir jetzt?', fragte Muriel ratlos. 'Pst! Seid mal leise. Könnt ihr das auch hören? Ein Schluchzen, es kommt von da hinten.' Schnell lief das kleine Mädchen auf die andere Seite der Lichtung. Und tatsächlich, da saß ja der Fliegenpilz hinter einer großen Kiefer versteckt. Er hatte die Hände vor das Gesicht geschlagen und weinte bitterlich. 'Hey Fliegenpilz, was ist denn los?', fragte das kleine Mädchen. Der Fliegenpilz zuckte zurück und antwortete schüchtern: 'Siehst du nicht, meine schönen Punkte sind durch den Regen ganz weg gewaschen worden. So kann mich doch niemand sehen! Alle werden mich auslachen.' Das kleine Mädchen sah den Fliegenpilz mitfühlend an. 'Ist doch nicht schlimm. So siehst du doch auch gut aus. 'Wirklich?', fragte der Fliegenpilz misstrauisch. Das kleine Mädchen nickte. 'Hör mal, ich brauche deine Hilfe. Weißt du zufälliger Weise, wo ich das Glück finden kann?' Der Fliegenpilz schüttelte seinen punktlosen Kopf. 'Nein, tut mir leid. Aber ich kenne jemanden der es wissen könnte. Geh zum Glücksschwein und zum Schornsteinfeger. Die können dir bestimmt helfen.' Das kleine Mädchen bedankte sich und fragte: 'Willst du mit uns kommen?' der Fliegenpilz schüttelte wieder den Kopf. 'Nee lass mal', sagte er, 'ich bleibe lieber hier und warte bis meine Punkte zurück kehren. Außerdem weiß heutzutage niemand mehr, was ich als Glückssymbol bedeute.'Das kleine Mädchen nickte ihm aufmunternd zu und verabschiedete sich. 'Ich habe mit dem Fliegenpilz gesprochen. Er weiß auch nicht wo das Glück zu finden ist. Er meinte wir sollten zum Glücksschwein und zum Schornsteinfeger gehen.' Muriel nickte zustimmend und führte sie aus dem Wald heraus. 'Die beiden wohnen nicht weit von hier. Nur zwanzig Katzensprünge entfernt.' Fröhlich hopsend führte Muriel sie an. Nach wenigen Schritten kam ein Haus in Sicht. Dort angekommen kam ein Schwein auf sie zugelaufen. 'Hallo Muriel, Kleeblatt, Marienkäfer und kleines Mädchen, was macht ihr hier?' Der Marienkäfer erzählte ihm die Geschichte. Von der Ankunft des kleinen Mädchens bis zur Begegnung mit dem Fliegenpilz. 'Das ist ja eine interessante Geschichte. Doch auch ich weiß nicht, wo das Glück zu finden ist. Tut mir leid. Ich kann euch nur Wohlstand, Reichtum, Fruchtbarkeit und Stärke schenken. Aber vielleicht weiß es ja mein Freund der Schornsteinfeger. Schornsteinfeger! SCHORNSTEINFEGER!' Hinter dem Haus kam eine Gestalt hervor. Sie war ganz in schwarz gekleidet. Auch die Wangen waren mit Ruß beschmiert. Das kleine Mädchen sah den Schornsteinfeger und wusste sofort, dass er der Mann ihrer Träume war. 'Hallo', sagte sie schüchtern und betrachtete die Gestalt heimlich.Es war ein kleiner Junge mit blondem Haar, welches jedoch durch den Ruß kaum noch zu erkennen war. Seine grünen Augen funkelten als er sagte: 'Hallo kleines Mädchen, was verschafft mir die Ehre?', Er lächelte ihr zu. Er kann nicht viel älter als ich sein, dachte das kleine Mädchen. Der junge Schornsteinfeger nahm ihre Hand und küsste sie. Das kleine Mädchen errötete. 'Ich habe schon so viele Geschichten über dich gehört. Wie du den Bären das Leben gerettet hast, den Kelchen ein Zuhause gegeben hast und jetzt, dass du das Glück suchst. Doch nie hätte ich gedacht diese Schönheit in Person kennenzulernen.' Das kleine Mädchen wurde noch röter und wollte am liebsten im Boden versinken. Der Schornsteinfeger schien das zu spüren und entschuldigte sich peinlich berührt. Muriel sah die beiden grinsend an und miaute: 'Ich glaube, es ist bald eine Hochzeit zu feiern. Doch erst mal: 'Weißt du sehr geehrter Liebster meiner Freundin, wo das Glück zu finden ist?' Nun wurde auch der Schornsteinfeger rot. So gefällt er mir am besten, dachte das kleine Mädchen. 'Nein, ich bedaure, auch ich weiß nicht wo das Glück zu finden ist und ich kenne auch niemanden mehr, den du fragen könntest.' Das kleine Mädchen sah ihn traurig an. 'Schade, ich dachte ich würde nun endlich das Glück finden. Lebt wohl, meine guten Freunde. Ich werde mich wieder auf den Heimweg machen. Luth...' 'Warte!', unterbrach sie der Schornsteinfeger. 'Hier, nimm diesen goldenen Knopf. Damit du mich nicht vergisst.' Das kleine Mädchen lächelte ihn an und sagte: 'Ich werde dich niemals vergessen. Euch alle werde ich niemals vergessen. Luthrien!' Ein weißer Nebel bildete sich und Luthrien tauchte auf. 'Hast du das Glück gefunden?', fragte der Engel. Das kleine Mädchen schüttelte den Kopf. 'Ich habe viele neue Freunde kennengelernt, aber das Glück konnte ich nicht finden.' Der Engel lächelte und sagte: 'Falsch, du hast dein Glück gefunden. Hier bei deinen Freunden ist dein Glück. Das Glück kann und wird niemand finden, wenn er sich im Wunderland auf die Suche macht, denn das Glück kannst du nur in dir selbst finden.' Damit verschwand der Engel wieder, und das kleine Mädchen wird ihn auch nie wieder sehen. 'Was mach ich denn jetzt? Ich habe hier doch gar kein Zuhause.' Da ging der Schornsteinfeger vor ihr auf die Knie und sagte: 'Kleines Mädchen, willst du mich heiraten? Ich habe lange auf eine Erleuchtung gewartet und nun habe ich endlich das gefunden, was mein Herz sich am meisten ersehnte.' Das kleine Mädchen brach in Tränen aus. 'Ja, ja ich will!' Und so kam es zur ersten Hochzeit im Wunderland. Das kleine Mädchen bekam von den Spinnen ein wunderbares weißes Kleid geschenkt.“

Der Großvater hörte auf zu erzählen. Layla fragte begierig: „Und wie geht es weiter?“ Der Großvater nahm den letzten Zug aus seiner Pfeife und legte sie dann weg. „Das kleine Mädchen heiratete den Schornsteinfeger und Muriel wurde ihr Trauzeuge. Doch was danach geschieht, ist eine andere Geschichte...“

 

Ende

Antonia Schleich

Danksagung:

Ich danke zuallererst Ihnen, Frau Manke.

Ohne sie wäre ich niemals auf die Idee gekommen, diese Geschichte zu schreiben.

Dann danke ich dem kleinen Mädchen und ihren Freunden.

Und zuletzt danke ich meiner großen Liebe.


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